Dienstag, 11. August 2015

besehen [Serie] ... ein Kannibale schläfert ein


Hm, es wird und wird nicht besser. Mrs. Hyde ist unglücklich! :`-(

Nach der famosen 1. Staffel von "Hannibal" habe ich vorsichtshalber zwar nicht wahnsinnig hohe Erwartungen gehegt, und doch - von der 2. Staffel bin ich bislang eher enttäuscht.

Hier nun spoilerfrei wieso: Hannibal Lector konnte sich in Staffel 1 aus dem Staub machen, eh logisch. In Staffel 2 treibt er dann in Italien sein grandioses Unwesen. Man lernt eine frühere Gefährtin, eine bekannte Gefährtin in anderer Rolle und alte Widersacher kennen. So weit, so gut. Selbstverständlich wird er weiterhin gejagd.
(Foto: ganz unschuldig aus der Wäsche schauend - Mads Mikkelsen als Dr. Hannibal Lector, der berühmte Serien-Kannibale; gesehen auf:  primetime.unrealitytv.co.uk)




Überzeugend ist das Ganze allerdings auch nach mehreren Episoden immer noch nicht. Keine tollen Leichenkonstruktionen Hannibals mehr, statt dessen öde Gespräche und blödes Geschau. Hannibal selbst ist überhaupt eher selten zu sehen, kommt Mrs. Hyde vor, weshalb natürlich auch "kultiviertes" Essen spärlicher wird.


Klar, ein paar feine Szenen kommen eh auch wieder vor, aber an die Qualität und Unterhaltungskraft von Staffel 1 reicht das ganze bei weitem nicht heran. Naja, vielleicht kommt ja noch eine starke zweite Staffelhälfte? Schließlich geht es nun ja wohl dann endlich einmal mit der nicht minder gruseligen "Red Dragon"-Geschichte weiter ... *grübel* :-? Schaun ma mal, dann sehn ma schon!!

Langsam wundere ich mich allerdings nicht mehr, warum der Sender die Produktion einer dritten Staffel bereits vor Sendestart von Staffel 2 ausgeschlossen hat. :-(

Dienstag, 4. August 2015

belauscht [Platzkonzert] ... Lauer Sommerabend mit Musikbegleitung im WUK

Traumhaft!


Das Wetter!
Die Kulisse!
Die Band!
Die Stimmung!

Es passt einfach alles bei den "Platzkonzerten" im Wiener WUK! 20 Mal von 15. Juli bis 15. August jeweils von DO bis FR kann man ab 20:30 Uhr kostenlos ein Sommerkonzert von wechselnden Bands genießen.

Liegestühle, Bankerl und Sofas stehen unter freiem Himmel bereit für entspanntes Genießen. Der Grill ist angeworfen, die Getränke eiskalt. La dolce vita mitten in Wien! <3


(Foto: das Wiener WUK am frühen Abend, ein Ort wo es nichts Kulturelle nicht gibt; gesehen auf: cargocollective.com)



Am 2. Abend des Programms war ich vom feinen Folk der österreichischen Band "Ernesty International" sehr angetan! Zarte Arrangements und die elfenhafte Stimme der bezaubernden Sängerin Eloui ließen das Herzal jauchzen und Mrs. Hyde war ins pure Leben verliebt. Wunderschön!







(Foto: die österreichische Band "Ernesty International" mit Sängerin Eloui (links); gesehen auf: www.ernestyinternational.at)

  

Hier ein kleiner Ohrenschmaus für Euch "Red Cross" 2010 live at Literaturhaus Graz (Link zu anderen Videos der Band):




Mittwoch, 29. Juli 2015

besehen [Knast] ... Prison Break, bloß schnell raus hier

Die US-Actionserie "Prison Break" gilt durchaus zu Recht als eine der guten Unterhaltungssendungen. Von 2005 bis 2009 lief sie in insgesamt 4 Staffeln, die "Fox River 8"-Geschichte begeisterte Millionen. Darum hat sich Mrs. Hyde sie nun zu Gemüte geführt, um endlich auch diesen Klassiker zu kennen.


Die Popularität der Serie kam sicherlich zu großen Teilen von der spannenden Geschichte und dem sehr feschen Hauptdarsteller Michael (gespielt von Wentworth Miller). Der Plot ist zwar einfach - ein Mann lässt sich verhaften, um seinen Bruder Lincoln (gespielt von Dominic Purcell) von innerhalb des Gefängnisses vor dem elektrischen Stuhl zu bewahren, auf dem dieser unschuldig sitzen wird - aber doch sehr gut ungesetzt. Der ganze Schlamassel beruht auf den Machenschaften einer geheimen Regierungs-Heeres-Packelage, what else!

Michael ist Ingenieur und hat so über Umwege Zugang zu Plänen, auch vom Gefängnis, in dem sein Bruder sitzt, die er sich kurzerhand auf den gesamten Körper tätowieren lässt. Zudem recherchiert er vor seiner Inhaftierung auch viele Mithäftlinge und Wärter, um sie bei Bedarf von der eigenen Sache zu überzeugen. Ausbrechen können sie dann auch (Staffel 1), um zu den berüchtigten Gejagden des Gefängnisses Fox River zu werden, denen allerhand passiert (Staffel 2), was Michael in Staffel 3 in ein Gefängnis in Panama bringt.

(Foto: Hauptdarsteller Michael (Wentworth Miller) zeigt seine Tats, in denen die Pläne des Gefängnisses versteckt sind!, die Maske hat jedes Mal 4 Stunden gedauert; gesehen auf: bfellicious.com)


Und nun zum Unschönen - Staffel 4 ist ab der Hälfte KOMPLETT misslungen! Lincoln versucht alles um Michael aus dem grausamen Gefängnis zu befreien, was auch nicht ohne Komplikationen abläuft. Bis dahin ist ja alles super, die abschließende Staffel ist auch spannend wie Sau! Aber dann hat man anscheinend beschlossen den Erfolg der Serie noch ein wenig auszukosten und die Verschwörungstheorieka**e dermassen aufgeblasen, dass es richtig weh tut anzusehen, ein Twist jagt den anderen, aber auf erbärmlichste Weise. Schade, Staffel 4 muss ab Folge 13-14 abgedreht werden!! Das hält selbst die stärkste Hydinger nicht aus! :-(




(Foto: Übersicht über die "Fox River 8" inklusive Dr. Sarah Tancredi (gespielt von Sarah Wayne Callies) der Staffeln 1 und 2 von "Prison Break"; gesehen auf: www.fanpop.com)


Etwas erschreckend für mich ist die Tatsache, dass der liebe Wenty seit Ende der Serie filmisch irgendwie nicht mehr so richtig fein Fuß fassen konnte (oder wollte?). Doch nach 2 Kurzserien begannen vor kurzem die Vorbereitungen für einen weiteren "Resident Evil" in dem er hoffentlich!!!! wieder einmal eine große Rolle bekommen wird!! *bete*

Ganz anders besieht sich da die Arbeitsliste des zweiten Hauptdarstellers Purcell, der gefühlt 10x mehr gemacht hat seither (unter anderem in 2 Serien zusammen mit Miller - "The Flash" und "Superhero Fight Club"). Er konnte mich zwar in "Prison Break" nicht besonders überzeugen, aber der Australier mit dem markanten kantigen Gesicht ist für diverse Macker-Rollen eine super Besetzung.


Super erwischt haben es auch ein paar der Nebendarsteller: Rockmond Dunbar ist groß im Geschäft, ebenso der in den USA und der dortigen Puerto Ricanisch-stämmigen Bevölkerung viel bekannter als hierzulanden Amaury Nolasco, und nicht zuletzt Sarah Wayne Callies (als Dr. Sarah Tancredi in "Prison Break" eine der zentralen Figuren), die in "The Walking Dead" Lori Grimes, die Frau des Hauptdarstellers spielt und gegen Zombies catcht.


Völlig zurecht ein Klassiker der US-Serienlandschaft, sehr spannend, sehr unterhaltsam, schwierige Charaktäre mit vielen seelischen Untiefen, nichts glatt geschliffen, arge plot twists - super! Nur, bitte unbedingt ab Mitte der vierten Staffel einfach mal vergessen.

Donnerstag, 23. Juli 2015

belesen [Naschmarkt] ... wenn das Vergessen nicht daher kommen will

Doron Rabinovici ist zweifelslos ein begnadeter Schreiber. Der 1961 in Israel geborene und hauptsächlich in Wien aufgewachsene Autor hat schön früh zahlreiche Erfolge feiern können. Häufig zu finden in seinen Werken sind die Themen Judenvernichtung, Schuld, Sühne, Vergessen und Erinnern.


So auch im Band "Ohnehin", wo es so manche mit dem Nichtvergessen können bzw. dem sich nicht Erinnern wollen und dem schweren Erbe des Zweiten Weltkriegs zu kämpfen. Auch ich hatte zu kämpfen, nämlich mit dem Buch selbst. Denn so gut und ungemein wichtig genau diese Themen auch daherkommen, so richtig hineingelangt ins Buch bin ich nicht (ähnlich ist es mir übrigens auch schon mit dem Nachfolger "Andernorts" gegangen).

Die Geschichte ist ein Mäandern durch die Zeit, durch die Erinnerungen und das Vergessen mehrerer Personen und durch Wien. Im Leben des jungen Neurologen Stefan Sandtner scheint alles gerade ein wenig fad und lieblos. Die Beziehung mit einer Kollegin im Spital hat sich zerschlagen, doch er kann sie nicht vergessen. Das an sich wäre ja nichts Ungewöhnliches, und darum halt auch nicht wahnsinnig berauschend spannend. Die Freunde, mit denen er gelegentlich gerne am Naschmarkt sitzt, sind auch ein wenig mühsam, wie es mir scheint, und tragen wenig zum Vergessen helfen bei.

Durch die Begegnung mit der schönen ausländischen Künstlerin Flora angestoßen, nimmt sich Stefan eine Auszeit, vorgeblich um sich einem Forschungsantrag zu widmen behandelt er in dieser Zeit den kranken Vater ehemaliger Nachbarskinder, der sich als ehemaliger SS-Mann entpuppt - und irgendwie damit auch sich selbst. Was tut man mit dem Alten - man verhört ihn unter Medikamenteneinfluss. Logisch. Diese Aktion entwickelt sich auf mehreren Ebenen schon bald immer mehr zu einem richtigen Desaster, bis auch Stefans Leben völlig aus den Fugen ist!


(Foto: der vielfach ausgezeichnete österreichisch-israelische Autor Doron Rabinovici; gesehen auf: www.literarisches-zentrum-goettingen.de)


Woran es liegt, dass Mrs. Hyde trotz der gewinnenden Themen dennoch nicht so richtig begeistert war? Es könnte der für mich nicht ganz einfache Erzählstil sein. So ist der Hauptdarsteller Stefan nicht die einzige Hauptfigur, scheinbare Nebenfiguren werden plötzlich zu Hauptcharaktären gemacht und mit zahlreichen Details viel zu tief  in deren Leben eingetaucht. Das wirkt für mich zu wenig flüssig.

Zudem finde ich den Stefan leider gar nicht gelungen - die paar Ärzte, die man persönlich kennt, hängen selten am Naschmarkt und noch dazu mit KünstlerInnen herum.Zudem ist es in der heutigen Zeit komplett unrealistisch sich für einen Forschungsantrag(!) eine Zeit lang (3 Monate noch dazu!) frei zu nehmen, zumal für NaturwissenschafterInnen! Schön, wer das kann. Ich kenne niemanden!

Außerdem ist es doch eher müßig die Beschreibungen so mancher Wiener Institutionen und Lokalkolorit im Text erklärt zu bekommen, der Vergleich zu einem spannenderen Reiseführerbüchl drängt sich auf. Das hätte man alles ganz und gar legitim für Nicht-WienerInnen bzw. -ÖsterreicherInnen per Glossar im Anhang lösen können. Das wirkte auf mich nicht angenehm!


Mrs. Hyde bleibt am Rabinovici der tollen Themen wegen sehr gerne dran, sie fürchtet nur, mit "Ohnehin" wird sie nicht mehr warm werden. Vielleicht geht es Ihnen besser damit - einen Versuch ist es durchaus wert!

Freitag, 17. Juli 2015

bestaunt [1865] ... So entstand die Ringstraße

"Es ist mein Wille ..." So sprachs einst der noch junge Kaiser Franz Joseph und der Geburt der Ringstraße stand nicht mehr viel im Wege.

Anlässlich des Jubiläums findet auch im Wien Museum unter dem Titel "Pionierjahre einer Prachtstraße" zur Zeit gerade eine tolle Ausstellung zur Planung und den Bauarbeiten rund um die Ringstraße statt. Schnell und sehr eindrücklich wird auch hier klar, es war ein gewaltiges Vorhaben, das weltweit nur wenig ähnliche finden wird. Denn es ging ja um ganze, neue Viertel, nicht nur eine Straße um die Stadt, nun Innenstadt.

(Foto: das Plakat zur Ausstellung; gesehen auf: www.wienmuseum.at)

Anhand vieler Pläne aber auch Landschaftszeichnungen und schöner Details (z. B. von Fassadengestaltungen) wird der ursprüngliche Plan (noch mit der Idee eines großen Exerzierplatzes am Standpunkt des heutigen Rathauses) und einem Kaiserforum beidseitig des heutigen Heldentors, von dem der Maria-Theresienplatz mit den beiden Museen sowie die Hofburg ausgestaltet wurden.

Interessant auch der Vergleich mit dem Pariser Stadterweiterungsplan, der als großes Vorbild diente, jedoch anders als in Wien nicht öffentlich ausgeschrieben wurde - ein Novum zu der Zeit, was für Wien traumhaft war, denn es gelangten sehr viele Pläne ein. Geeinigt hat man sich darauf 3 quasi zu vereinen und umzusetzen.

Obwohl immer wieder Hinweise zu den jetzigen oder ehemaligen Standorten gegeben werden, würde die ungefähre Adresse bzw. noch öfters die Markierung am heutigen Stadtplan wie auch Anmerkungen bei in den Weltkriegen zerstörten Gebäuden, dass es sie nicht mehr gibt und wo sie genau waren, den BesucherInnen noch besser helfen zu verstehen, wie groß das Vorhaben wirklich war.

Wien zehrt heute noch sehr viel von den damaligen Leistungen, den Ring entlang zu spazieren tut nicht nur TouristInnen sondern auch Einheimischen gut, wer's flotter mag radelt oder joggt, wie Mrs. Hyde gelegentlich. Die Aussicht ist ringsum fantastisch ... und wenn man sich jetzt auch noch auf eine ausgedehnte Fußgängerzone rundum einigen könnte ... man wird ja wohl noch träumen dürfen!!

Die Ausstellung zur Wiener Ringstraße ist noch bis zum 4. Oktober zu sehen.