Montag, 18. Mai 2015

besehen [Age of Ultron] ... weitere unterhaltsame Marvel-Verfilmung

Zugegeben, mit Comic-Büchern kenne ich mich NULL aus. Die durfte ich nie lesen, weil - so unsere gscheitlocherte aber unfähige Volksschullehrerin - das schadet dem Lesevermögen der Kinder. Muhahaha! EPIC FAIL!!! Manchmal hatte Klein-Hyde dann ja doch das eine oder andere Micky Maus- oder Asterix-Heftl in die Klauen bekommen. Schaden hat sie nicht erlitten. Behaupte ich jetzt frech. Also nur in Bezug auf das Leseverhalten gemeint, natürlich, bitteschön! Auf die Sci Fi-Verschlingles- und Filmglotzomanie hatte es eventuell großen Einfluß. Who knows?! ;-)

Derzeit ist's in den heimischen Kinos ja enorm ergiebig für Freeks wie mich. Sah man sich also Marvel's "Avengers - Age of Ultron" an. Boah, schön! Es geht dermaßen zu, alles kracht, fliegt, drischt, feuert ... es war eine Freude! Da blieben Hydingers Augerl - nicht nur wegen dem verdammten 3D, was die Gucki doch anstrengt - nicht lange trocken.

Die Avengers müssen halt die Welt wieder einmal retten tun. Eh klar. Ein paar der Andeutungen der Hauptdarsteller versteht man nur, wenn man auch die anderen Teile der doch schon umfangreichen Avenger- und Ironman-Filme-Ansammlung kennt. Wenn man das nicht tut, ist es auch sehr wurscht.

Die Story ansich ist dieses Mal allerdings deutlich komplexer als alle vorangegangenen. Kurz gesagt: Die Avengers werden auf die perversen Experimente des spinnerten (weil "teutsch" = böse) Wissenschafters der mehr oder weniger geheimen Bösling-Company Hydra aufmerksam und Tony Stark als Ironman und seine coolen KumpanInnen wollen dem ein Ende setzen.

Dabei treffen sie auch gleich auf 2 der Kreationen der Bösen, "enhanced people", also Menschen mit Superpowers, ein russisches (= auch böses) Geschwisterpaar Wanda und Pietro Maximoff - die Schwester "Scarlett Witch" (gespielt von einer einmal gar nicht magersüchtigen Olsen, der Elizabeth, die scheinbar mehr Stärke hat als ihre älteren Zwillingsschwestern Ashely und Mary-Kate, von denen man ja dauert nur noch sowas lesen muss) kann Gedanken manipulieren und dann negativer Schwingungen Sachen schleudern und verbiegen, der Bruder "Quicksilver" flitzt enorm schnell und kann auch Kugeln ausweichen usw. Logischerweise hat man das mit den Namen nicht ganz so gut hingekriegt, die Schwester müsste natürlich Maximova heissen und der Bruder wohl eher Piotr statt italienisch angehaucht Pietro, aber was soll's.

Das ganze ist hier schon ein bisserl unlogisch, denn wenn an denen herumexperimentiert wurden, wieso kommt zumindest der Bruder, bei ihr bin ich mir nicht so sicher, in "X-Men Days of Future Past" als junger Mutant (also jemand mit natürlichen(!) ungewöhnlichen Begabungen) vor?! No clue, vielleicht hab ich das überhört, ist ja nicht so, dass bei Avengers nicht arg viel in kurzer Zeit passierert ... Laut Internetz-Quellen war die Figur "Scarlett Witch" auch schon in Captain America - Wintersoldier" zu sehen. Ich kann mich nicht an sie erinnern. Naja.

Die ganze Aktion läuft auf eine saftige Abreibung der Avengers hinaus, außer Hawkeye werden alle von der Witch mit negativen Träumen und Visionen belastet, sogar Thor wankt darob, ein bissi. Tony Stark macht sich daher gleich nach Rückkehr in sein stylisches Labor an die Arbeit und versucht die Weltbeschützerrolle der Avengers noch zu verstärken, indem er ein lange gehegtes und gepflegtes Superprogramm doch noch zum Laufen bringen will, weil vielleicht sind die Avengers nicht genug, nicht stark genug ...Panik auf der Titanic!

Dafür verschmilzt er seinen Butler-Super-Rechner "Jarvis" mit dem Dings, ohne irgendwen zu fragen, einzig Dr. Banner braucht er dafür. Der wirft zwar ein paar Bedenken ein, was das für negative Auswirkungen haben könnte, wenn ein Computer so mächtig wird, dass er die gesamte Welt umspannen und sich gegen alles wehren kann und noch dazu eine künstliche Intelligenz ist, aber schon geht's los mit der Arbeit ... die natüüüürlich schief geht als Ulton das Programm kapert und es zum Äußersten kommt.

Nun haben sie den Salat - das böse Programm flüchtet sich ins Internet und stiehlt einige Dingens um sich praktisch überall viele starke Roboter-Klone machen zu können und die Avengers haben massig zu tun. Dass die Weltzerstörung mit knapper Not und mit ein paar neuen und ein paar unerwarteten Helfern endet, ist klar, the show must go on! Da ist auch Mrs. Hyde froh, die sich schon auf das nächste Spektakel freut! Besonders auf den geilen neuen Charakter "Vision" (gespielt vom superben Paul Bettany, den ich schon in "Priest" und "Legion" vergöttert habe) freu ich mich wie Nachbars Lumpi, und wie!

Spannend sind die Implikationen des Films, dass Wissenschafter aus purem Forschergeist aber auch aus Angst geleitet vieles Gefährliche in Kauf nehmen, einfach weil sie es technisch "mal eben schnell ausprobieren können". Ähnlich Bedenken wurden ja tatsächlich laut als man vor einigen Jahren den Hadron-Collider im CERN-Institut zum ersten Mal startete.

Meine Empfehlung - "Age of Ultron" ist ein wahres must see für alle Sci-Fi-Fans!

Freitag, 15. Mai 2015

bestaunt [contemporary dance] ...traumhafte Genese made by Cherkaoui

Wunderbar.
Wunderlich.
Wundern. Und Staunen.

Aus dem kommt man bei den Kreationen von Star-Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui sowieso nie. Jüngst gab es sein neuestes Werk im Festspielhaus St. Pölten zu sehen. Mrs. Hyde liebt die fließenden weichen Bewegungen und ihr rythmische Zusammenkommen und gegenseitiges wieder Abstoßen der TänzerInnen sehr. Man kann Cherkaouis enorme Kreativität dabei förmlich explodieren spüren!
 
(Porträt des arbeitssamen Star-Choreografen Sidi Larbi Cherkaoui; gesehen auf: londondance.com)

Das Stück "Genesis" ist in Kooperation mit einer chinesischen Tanzcompany unter der Leitung der wahrlich ätherischen Tänzerin Yabin Wang entstanden, deren Flexibilität einen vom Sessel reißt.

In der Werkbesprechung vor Beginn hat der unglaublich sympatische und witzige Choreograf auch über die manchmal herausfordernde Kommunikation mit so vielen unterschiedlichen Menschen aus so vielen Kulturen (das macht er nämlich generell sehr gerne sehr multikulturell zu arbeiten) und seine Arbeitsweise an vielen Stücken und Projekten parallel erzählt. So sympathisch der Mensch! Erlaubt sich ganz frank und frei auch mal nicht so gute Aspekte (ja auch bei Menschen wie ihm wird nicht aus allem was, na und) aus. Super!! Dank an das Festspielhaus - die Besprechungen sind eine wirklich großartige Möglichkeit mehr zu erfahren!


(aus dem Werk "Genesis" von Sidi Larbi Cherkaoui und Yabin Wang; gesehen auf: www.montpellierdanse.com



Abgesehen vom Tänzerischen sind auch die Licht- wie Musikalische Untermalung stets wahrlich traum-haft bei Cherkaoui! Er scheut sich nicht eine Mischung aus östlicher und afrkikanischer, klassischer und elektronischer Musik auszuprobieren, immer wirkt das, was viele andere so bemüht und doch peinlich reinzuquetschen versuchen, um ja besonders kreativ zu wirken, bei Cherkaoui so leicht, so natürlich, als wäre es ja nie anders. Ich liebe es!!

Wer mit Tanz und vor allem dem doch oft clownesken oder theatralischen, in die Performance gehenden modernen Tanz nicht viel anfangen kann, dem empfehle ich es einmal mit einem Werk von Cherkaoui zu versuchen. Ich habe nun schon 3 oder sind es schon 4 unterschiedliche Were von ihm gesehen und kann es kaum mehr bis zum Winter erwarten, wenn das nächste neue Stückl des Meisters im Festspielhaus St. Pölten aufgeführt werden wird!

Dienstag, 12. Mai 2015

belesen [Schmarrn] ... qualvolle ungelesene Bücher als Übersetzungsfehler?

Nach mehreren qualvollen Anlesern habe ich schweren Herzens und auch in Ermangelung von Zeit beschlossen ... den Schmarrn les ich ned fertig! BASTA! Etwas, was ich wirklich nicht leiden kann, aber so geht das nicht!!! Aus!!!

Das passiert zum Glück bei der Hyde eh sehr selten, doch vor kurzem kam es zu diesem Ärgernis mit Carlos Fuentes "Die gläserne Grenze". Der Grundtenor der Storys zielt auf Aufdecken der Spannungen, Sehnsüchte und Klischees auf beiden Seiten entlang der amerikanisch-mexikanischen Grenze hin. Wunderbar! So weit, so toll, Inhalte ganz nach meinem Geschmack! Ich liebe es, wenn Dingen die Decke weggezogen wird und Verstecktes, Verleugnetes, Verwunschenes sichtbar wird. Der Herr muss auch ein ausgesprochen guter Vertreter der schreibenden Künste der Region sein, las ich.

Doch schon die erste Kurzgeschichte hat mich dermassen negativ irritiert, ekelhaft! Abgesehen vom manchmal fasrigen, manchmal übermäßig schwülstigen Mischstil ist auch der Inhalt einfach pfui: Ein einflußreicher Patenonkel bandelt mit seiner schönen und jungen Patentochter aus der Hauptstadt deftig an, stecken wir die Zunge in den Hals, weil eh egal, die heiratet eh den Sohn. Häh?!

(Cover des Buches "Die gläserne Grenze" von Carlos Fuentes im Fischer Verlag; gesehen auf:  www.lovelybooks.de)

Wahrscheinlich tue ich dem Fuentes jetzt massiv Unrecht und in Wirklichkeit würde er - auf Spanisch! - eh sehr fein schreiben. Nur kann ich halt - es ist jammerschade und ich hasse mich dafür - Spanisch nicht lesen! :-( Auf Deutsch war besonders die erste Geschichte halt echt nicht zum Aushalten! Schade! Ich habe mir soviel mehr erwartet, liebe ich doch die Mittel- und Südamerikaner heiß. Tja.

Das Übersetzungsdilemma wird in jüngerer Zeit ja besonders bei Haruki Murakamis Werken heftig diskutiert. Nunmehr ist zum Beispiel sein Werk "Gefährliche Geliebte" aus dem Jahre 2000 neu übersetzt herausgebracht worden ("Südlich der Grenze, westlich der Sonne", 2013 bei Dumont - hier eine Kurzbeschreibung). Anscheinend tat dem ursprünglichen Unternehmen die Übersetzung von Japanisch auf Englisch und dann erst auf Deutsch nix Gutes.

 (Haruki Murakamis Roman aus dem Jahre 2000 in der Neuübersetzung (links) von 2013; gesehen auf: jetzt.sueddeutsche.de)

Nachdem ich das Buch schon vor längerer Zeit gelesen hatte, kann ich mich nicht mehr wirklich gut daran erinnern, weiß aber noch dieses Gefühl in mir von "recht japanisch-poetisch is des oba ned". Vielleicht kennen wir nun den Grund dafür und schon damals lag es an einer unschönen Übersetzung?!

Nur, die Arbeit der ÜbersetzerInnen ist ja wahrlich keine einfache, in Wirklichkeit MUSS ja zwangsläufig ein ganz neues Werk entstehen. Manche davon sind eben nicht so gelungen. Soll es geben. Mal schauen, wie sich der neue-alte Murakami macht!

Man will ja niemanden voreinnehmen von einem Werk, aber Mrs. Hyde dachte sich, besser mal den Ärger über den Fuentes-Schinken rauslassen als dran weiter würgen. Alsdann, es geht schon weiter - im nächsten Literaturver ... ähm ... aufriss begibt sich Mrs. Hyde wieder in heimische Gefilde. Stay tuned und keep on lesing, Kinders!

Freitag, 8. Mai 2015

besehen [Kriegsgefangenschaft] ... hartes Schicksal und doch nicht gebrochen

So, nun seht Ihr auch mal meine Methode, wie ich mich so von einem Werk zum nächsten hangel: kürzlich habe ich ja hier bereits einen Kriegsfilm vorgestellt ("Good Kill" mit Ethan Hawke). Also besieht sich Mrs. Hyde was sie so in der Kategorie Kriegsfilm aus den letzten 1-2 Jahren alles verpasst hat ... und voilà: den "Unbroken" hamma nu ned g'sehen, immer her damit!

Die Geschichte - ach, was sind die Amis wieder reihenweise fast ohnmächtig geworden darob! - ist eine wahre: im 2. Weltkrieg wird der Olympia-Läufer Louis Zamperini über dem Pazifik fliegend mit seiner Crew schiffbrüchig. Elend lange Tage (47!! an der Zahl, unglaublich) überlebt er mit anfangs 2, später nur noch 1 Kameraden. Nur um in eine noch größere Hölle zu geraten, in japanische Kriegsgefangenschaft. Die wird ihm besonders durch einen ehemaligen Laufkollegen der zum Super-Sadisten mutiert scheint dermaßen erschwert, dass er kurz zögert, ob er ein Anti-USA-Propaganda-Angebot nicht vielleicht doch annehmen und gemütlich bis zum Kriegsende verweilen sollte. Tat er nicht und musste dafür fast mit dem Leben bezahlen!

Das alles fand ich eine wirklich großartige Basis für einen Film! Doch die ersten rund 60 qualvoll langweiligen bis pathetisch-schnulzigen Minuten in Angelina Jolies neuem Film ließen mich an meiner Auswahl und meinem Verstand zweifeln. Was war das öd! :-( Leichtest könnte man daraus knackige 10 Minuten mit der backstory drehen, aber nein ...

Mrs. Hyde hielt doch durch - NUR für Euch Schätze! :* - und besah sich das Machwerk bis zum Schluß. Und, oh welch Erleichterung, es wurde zusehens besser! Das Schnulzige blieb zwar stellenweise noch erhalten, doch die durchwegs auch technisch sehr gut gemachte Story um den Absturz des Fliegers und den Schiffbruch nebst der Leistung von 3 Hauptdarstellern konnten in weiterer Folge darüber hinwegtrösten, dass es manchmal ein bissi trieft.

Der im Vorjahr hochbetagt verstorbene Louis Zamperini wuchs als Kind italienischer Einwanderer in zunächst im Bundesstaat New York, dann in Kalifornien auf. Da er oft von anderen Kindern gehänselt wurde, weil er wenig Englisch verstand, lehrte ihm der ältere Bruder ausdauernd zu laufen. Und, flott war er, na servas! So flott und gut, dass er schon als Highschool-Schüler an den Olympischen Spielen 1936 in Deutschland teilgenommen hatte und sich sehr fein schlug. Sein großes Durchhaltevermögen half ihm in Gefangenschaft zu überleben, ungebrochen.

(Der echte Louis Zamperini, 2014 hochbetagt gestorben; gesehen auf: www.history.com)

Im Film "Unbroken" wird Louis ganz wunderbar gespielt von Newcomer Jack O'Connell! Auf den Knilch und seine Werke wird die Hyde für Euch ein festes Auge haben, versprochen! Der kann was! Auch der Kollege "Phil" mit dem unaussprechlichen weil gälisch geschriebenen Namen Domnhall Gleeson (JA, Sohn DES Brendan Gleeson, "The Guard", "Brügge sehen und sterben" usw., sauguat findet des die Hydinger, dass der Herr sein Talent an den Sohnemann vererbt hat!!!; habe mich auf Fanlover-Seiten erkundigt, man spricht es "Do-nal" aus) war wieder mal sehr fein, er taucht ja seit neuerstem überall auf und ist überall sehr fein am Hakeln! Nice work! Nächstens übrigens in "Star Wars VII" zu sehen.

(Ausschnitt aus dem Film "Unbroken", Jack O'Connell als olympischer Laufstar Louis Zamperini; gesehen auf: www.theatlantic.com)


Auch der sadistische japanische Lagerkommandant (obwohl man nie ganz mitkriegt, warum er grad den Louis so hasst) wird gut verkörpert (vom relativ unbekannten Takamasa Ishihara), der Irrsinn kennt keine Grenzen. Die restlichen Mitveranstalter (unter ihnen leider Jai Courtney, leider sehr verschwendet weil rasch verheizt) - sind auch gut.

Wer kitsch-fest ist und die erste Stunde übersteht, bekommt beeindruckende schauspielerische Leistungen und ein solides Machwerk von Jolie rund um das spannungsgeladene Leben des amerikanischen Heros Zamperini zu sehen.

Dienstag, 5. Mai 2015

belesen [Selbstmord] ... die mittel- und südamerikanischen AutorInnen kommen

Claudia Pineiros Werk "Elena weiß Bescheid" (2009) ist sicherlich kein Krimi. Ja, es stirbt jemand, die Tochter der Hauptfigur hat sich im Kirchenstuhl erhängt. Angeblich. Denn Elena, die Mutter, weiß - bei Regen wäre ihre Tochter niemands in die Kirche gegangen! Als ich das Buch von einer Bekannten empfohlen bekommen hatte, reichte alleine schon diese seltsame Aussage mir das Buch gleich zur Brust zu nehmen.

Elena ist eine schwerkranke Mittsechzigerin, die an Parkinson leidet. Ihr Körper ist stark verkrümmt, die Arme und Beine gehorchen kaum noch, sie kann viele Bewegungen nicht mehr machen und doch will sie dem Mord, da ist sie sicher, ihrer Tochter auf den Grund gehen.

Und da ihr weder Polizei noch Kirche ihren Verdacht, der Selbstmord der Tochter sei nicht so eindeutig wie es scheint, glauben will, zwingt sie sich mit Medikamenten aufgeputscht um sich wenigstens ein wenig bewegen zu können, zu einer Reise in die Hauptstadt nach Buenos Aires.
(Buchcover von "Elena weiß Bescheid"; gesehen auf: www.unionsverlag.com)

Im Laufe der Erzählung hört man immer mehr hinein in die Geschichte der beiden Frauen, Elena und Rita, Mutter und Tochter, die sich anscheinend inbrünstig hassten und für ihrer beider faden Leben verantwortlich hielten. Die eine, fühlt sich mit der Parkinson-Erkrankung im Stich gelassen, auch von Gott, die andere muss sich um jemanden kümmern, der sie wenig schätzt. Vielleicht ist auch mehr dahinter?


Schön zu erkennen aber zunächst etwas gewöhnungsbedürftig sind die häufigen Wortwiederholungen. Aber es ist auch sehr stimmig. Alles ist an das Tempo der Hauptfigur angepasst! Fast wirken die Wiederholungen auf mich auch als hielte Elena - im Kopf ja völlig klar, ihr Körper ist nur völlig hinüber - alle anderen für beschränkt, weil sie ihre Bemühungen um Klärung der wahren Todesursache ihrer Tochter nicht erkennen können.

(Die vielgelobte argentinische Autorin Claudia Pineiro; gesehen auf: www.diariodecultura.com.ar)

Ein unangenehmes weil berührendes Buch mit vielen schmerzhaften Untertönen, das durch sein ausgezeichnetes sprachliches Kalkül betroffen macht. Schlimm ist auch die häufig nagende Frage der Mutter, wie man eine Mutter mit einem toten Kind denn nennt? Schließlich gibt es mit Waisen ja auch den umgekehrten und durchaus benammsten Fall.

Im Unionsverlag ist im Übrigen auch ein Interview mit Claudia Pineiro über das Buch erschienen.