Mittwoch, 29. April 2015

besehen [Zeitreisen] ... 12 Monkeys jetzt als Serie

Yup, das kann was. Konnte schon die Story als Film damals, mit Bruce Willis und Brad Pitt. Und nun die neue Serie ist auch fein.

Willkommen in einer - no na ned - hinichen Zukunft der Menschheit. Ein Super-Virus hat 2016 fast die gesamte Menschheit ausgerottet. In der neuen Realität im Jahre 2043 versuchen die letzten paar WissenschafterInnen in der Serie "12 Monkeys" einen Impfstoff zu entwickeln. Bissi schwierig, wenn alles zerstört ist ...

(Quasi das "Logo"  der Bande der "12 Monkeys"; gesehen auf: outrightgeekery.com)

Und dann ist da noch SIE, die "Über-Wissenschafterin" Katrina Jones, gespielt von der wie immer ein wenig mysteriösen Barbara Sukowa (einer ihrer letzten größteren Hits ist die Hauptrolle in "Hannah Arendt"). Die ist nämlich komplett plemplem und schickt Leute dank eines von ihr konstruierten Apparates (und wo das alles wieder her ist, wenn's doch nix gibt und alles im A. ist, hm?!) in die Vergangenheit, um den Ausbruch des Viruses überhaupt nicht erst geschehen zu lassen.

Ein wahrer Klassiker also! Richtig super taugen Mrs. Hyde neben Sukowa die restlichen durchaus schon sehr serien-erprobten und für gut befundenen Nebenrollen-Hanseln. Derer da z.B. wären: der Haupthansel James Cole gespielt von Aaron Stanford, zuletzt in "Nikita" aufgetaucht und davor der Pyro in "X-Men" (scho wieder DIE, jetzta wird's auffällig!).

Auch Kirk Acevedo, ein wahrer Serien-Veteran, der entweder Cops/Militär oder in Sci Fi-Projekten mitspielt ("Prime Suspect", "Band of Brothers" und "Fringe" und und und), kann sich bei der Hyde immer gerne sehen lassen. In "12 Monkeys" spielt er den Kumpel vom Hauptdarsteller, doch mit der Zeit trübt sich das Verhältnis zueinander nicht gerade langsam. Spielt keine unwichtige Rolle!

(DarstellerInnen der Sci Fi-Serie "12 Monkeys" vor dem Zeitreiseapparat; gesehen auf: twitchfilm.com)

Die weibliche Hauptdarstellerin ist Cassie, Dr. Cassandra Railly (gespielt von der schönen Kanadierin Emily Hampshire), die Cole dabei helfen soll bzw. muss den Ausbruch zu verhindern. Das findet nicht nur ihr Verlobter nicht gut. Auch die Brutalos von der Verbrecherbande "The 12 Monkeys" setzen ihr mehr und mehr zu ... waren es schließlich auch die, die den Virus freigesetzt haben.

Oder?

Oder war das alles ein Mißverständnis? Und - gibt es die Bande überhaupt?! Nichts ist so ganz klar! Und wenn ja, überlebt es Cole überhaupt, denn mit jedem "splinter" (Reise in der Zeit) verschechtert sich sein Gesundheitszustand. Time is of the essence!


Hat sich das Kinderl also auch den Klassiker des großartigen Terry Gilliam (1995) nochmal anschauen MÜSSEN. Im Vergleich zum Film, auf dem die neue Serie basiert taugt mir die Serie fast noch besser! Das ist selten und will daher wirklich was heißen! Auch die Frauenfiguren wurden mehr (eine ForscherIN, juhu!) und sind auch nicht mehr so hysterisch-komisch wie die Railley im Film (damals gespielt von Madeleine Stowe). Ja sogar die Rolle des spinnerten Bandenanführers der "12 Monkeys" (im Film wirklich genial von Brad Pitt dargestellt!) musste in der Serie einer weiblichen Besetzung weichen. In der Serie ist allerdings zunächst nicht klar, welche Rolle diese Figur wirklich spielt. Spannend!

Mrs. Hyde findet, die Serie ist sehenswert! Die Sprünge in Raum und Zeit sind flott und doch bleiben alle Erzähltstränge gut unterscheidbar. Diverse Nebenschauplätze bringen noch mehr Pepp hinein ohne zu sehr abzulenken. So muss Sci Fi! YES!!

Donnerstag, 23. April 2015

belauscht [Oper] ... ein Wagner in neuen Gewändern

So, nun ist es geschehen! Die Hydinger konnte und wollte sich nicht mehr länger drücken.

Jetzt habe ich mir meinen ersten Wagner gegeben. "Der Ring der Nibelungen" erste tragische Episode - "Das Rheingold" - wird zur Zeit in der Budapester Staatsoper gebracht.

(Foto: Budapester Staatsoper; aufgenommen von Mrs. Hyde höchstselbst)

Alles sehr auf Lady Gaga- und Katy Perry-Video mit einem Hauch Popart getrimmt! YAY! Die Hyde war im Opern-Himmel! :D

Da kommen die drei Rheinmaiden in grellen Rüschenkostümen heruntergeschwebt um das Gold vor dem zunächst nur gampigen Nibelung zu schützen. Schon ist er auf ganz garstig und davon mit dem Schatz.

(Foto: Szene aus "Das Rheingold", Staatsoper Budapest, März 2015; gesehen auf: http://www.epa.eu/arts-culture-and-entertainment-photos/theatre-music-photos/dress-rehearsal-of-das-rheingold-at-hungarian-state-opera-in-budapest-photos-51848129, Fotograf Zsolt Szigetvary)

Loge hat eine schicke Pumukel-Frisur und die Riesen die sich die quietschepink aufgemachte Freia holen wollen, die Schweinderln die, sind einer "Kraftwerk"-Show entlaufen.

Gesungen und gespielt wurde gar wunderbar. Die Zwischenepisoden und allerhand Untermalung für die ansonsten kaum ausstaffierte Bühne gaben großflächige Installationen auf transparenten, vorgespannten Vorhängen.

WOW, die 3 Stunden ohne Pause sitzen haben sich wahrlich ausgezahlt! Episode 2 kann kommen!

Montag, 20. April 2015

belesen [Sci Fi] ... das war Ruff

Mrs. Hyde kennt den guten Mann schon von einem anderen Buch ("Ich und die anderen"): Ruff. Matt Ruff. Glücklichste Umstände haben mir ein neues Buch von ihm - "Bad Monkeys" - in die Patschhanderl gespielt. Ich gestehe: auch dies ein Traum!

Langsam entfaltet sich nämlich eine gar wirre Geschichte. Es ist die Lebensgeschichte der Jane Charlotte, die schon in ihrer Kinder- und Jugendzeit eine wilde Henne und ein Tunichtgut war. Immer und immer unglaublicher werden die Erzählungen, die, so stellt die Hyde bald fest, in einem Zuchthaus von einem netten Psychiater zu Protokoll genommen werden. Denn Jane ist komisch. Jawoll! Ob das gut oder vielleicht doch nicht ganz so fabelhaft gemeint ist, kommt praktisch bis zur letzten Seite nicht so ganz klar heraus.

(Cover von "Bad Monkeys"; gesehen auf: www.giovanninavarria.com)


Jane, die gute Frau, spinnt sich hier ihr eigenes Hüttchen zusammen, und das kräftig! So erzählt sie immer mehr Begebenheiten aus ihrer Welt, in der sie als Agentin einer geheimen Organisation, die das Böse bekämpft, somit per se selbst "gut" ist. Das sind Kinderschänder, auch nur potentieller Natur, Mörder, Vergewaltiger. So ganz hat sie es selbst nicht im Gespür, wann was zu tun ist, da sie nun, mit über 40 Jahren erst rekruiert wurde. Aber es wird halt abgemurkst was die Organisation ihr anschafft, sind ja Böse.

Da das ganze auch noch lange schön geheim bleiben sollen, hat Jane aber feine Waffen. Waffen sind in "Bad Monkeys" nicht nur brutale Knarren, sondern können tatsächlich unauffällige "natürliche Todesfälle" wie Infarkte und Aneurysma schießen. Sci Fi lebe HOCH! HOCH! HOCH! <3

Eine Stütze und der einzige noch lebende Angehörige ist ihr Bruder Phil ... aber das ist eine andere Geschichte, sonst gibt's hier noch Spoiler Alarm. Read and wonder! Zu einem unglaublichen Showdown kommt es - ach, wie poetisch - in Las Vegas. Hell, wenn das nur bloß mal alles verfilmt würd, die Hydingerin würd ja sowas von vergehen vor Freude! *zücktdenWeihnachtswunschzettel*




(Autor Matt Ruff; gesehen auf: www.hanser-literaturverlage.de)

Der New Yorker Autor Matt Ruff hat einen wunderbar eingängigen Stil und (zumindest im Original) äußerst präzise verwendete Dialektnuancen. Anders als beim zuletzt von ihm gelesenen Buch "Ich und die anderen" (werd ich vielleicht auch bald mal vorstellen, es handelt von multiplen Personen und wie die im Hirnkasterl da so alle zusammenleben) ist "Bad Monkeys" allerdings sehr kurz und knausrig an Seitenzahlen, jedoch dafür umso dichter an unpackbaren Ideen.

Eine absolute Empfehlung an alle Sci Fi-Fans! "Rufft" es Euch!


PS.: OH GLORIA!! Sein nächstes Buch wird nächstes Jahr erscheinen und - atme Hyde, atme!!! - "Lovecraft Country" heißen! Das lässt so viel unglaublich Gutes verheissen ... das Fangirl macht *KREISCH*!!!

PPS.:  Laut IMDB soll tatsächlich schon an einem Filmprojekt zu den Äffchen gearbeitet werden! Nein, ich werd's nimma ... YIPPIE!

Freitag, 17. April 2015

besehen [Film] ... der deutlich bessere amerikanische Kriegsfilm

Beeindruckend und bedrückend. Mrs. Hydes erste Worte nachdem sie die Fassung wieder erlangt hatte. "Good kill" (2014) ist eindeutig der bessere amerikanische Kriegsfilm, so im Vergleich zu "American Sniper" (Wäh!!). In diesem neuen Film mit Ethan Hawke ist niemand, der andere abknallt im Namen des amerikanischen Vaterlandes, ein "Held"! Und so ist es auch gut! So geht das mit dem Zeigen von menschlichen Regungen, da ist man dann wirklich heroisch, nämlich wenn man NICHT mehr Befehlen blind folgt statt Kill-Listen zu führen! Bravo!

Der Film stammt aus der fantastischen Feder von Andrew Niccol (führte hier auch Regie), der sich schon für die sehr sehenswerten Werke "Gattaca" (Sci Fi von 1997, auch mit Ethan Hawke!), "Die Truman Show" (1998), "Lord of War" (2005) und "In Time" (2011) verantwortlich zeigte. Sollte ruhig mehr, SEHR viel MEHR, von dieser Sorte liefern, stellt Mrs. Hyde hocherfreut fest!! Hat es definitiv drauf!

Das ganze beruht - wie es die Amis ja so lieben - auf wahren Begebenheiten. Tommy Egan ist Drohnenpilot und hat aus der fernen Wüste um Las Vegas dafür zu Sorgen, dass böse Terroristen in Afghanistan und anderen gar nicht mal verfeindeten Ländern in diesem Strich der Erde vernichtet werden. Alles im Sinne der "besser die erschiessen als die erschiessen unsere Leute"-Mentalität.
(Szene aus "Good Kill" mit den Hauptdarstellern Zoe Kravitz, Bruce Greenwood und Ethan Hawke; gesehen auf: www.theguardian.com)

Gut geht es Tommy dabei wirklich nicht: durch die große Zeitverschiebung ist er ein echter Nachtmull, arbeitet in einer kleinen Box mit Monitoren in der Wüste, er ist komplett fertig, säuft und kommt nicht mehr klar. Seine Ehe steht an der Kippe, er hat keinen echten Kontakt zu seinen 2 Kindern.

Zudem setzen ihm Versagensängste stark zu - er will wieder "richtig" fliegen und kämpfen, nicht Joystick herumfuchteln. Doch Drohnen sind schick und modern und viel humaner und sowieso. Seinem Vorgesetzten (gespielt vom tollen Bruce Greenwood, spielte in den beiden letzten Star Trek-Filmen den Mentor von Kirk in seinen jungen Jahren) merkt man auch das Unbehagen an, wenn die CIA langsam immer mehr Black Missions von ihnen fordert. Und doch ist er dem zunehmend rebellischeren Piloten Egan keine Hilfe, besser mal keine Zivilisten - unbeteiligte Frauen und Kinder bzw. Ersthelfer nach missile strikes - abzuknallen. Die einizge Verbündete im Team, die er hat, ist seine schöne und sensible Kollegin Vera Suarez gespielt von Lenny Kravitz Tochter Zoe, die Mrs. Hyde schon als Libellen-Mutantin in "X-Men" aufgefallen ist.

Zoë Kravitz Picture
(Berühmte Väter haben auch talentierte Töchter - Zoe Kravitz; gesehen auf: www.imdb.com)


Auch eine "X-Men"-Veteranin ist January Jones (spielte da die böse Emma Frost), die die Frau von Tommy Egan spielt. In "Good Kill" leider die größte aber zum Glück einzige Enttäuschung. Hydinger findet: Total fade Person, meiner Meinung nach nicht unbedingt viel Talent für schwierige, ernsthafte Rollen, kann gerne bei der Sci Fi bleiben. Pft!

Der Rest des Filmes ist Geschichte - die hohen Ziviloperzahlen der vielen Drohnen(an)schläge der USA haben letztlich auch die Terroranschläge von 9/11 als Vergeltungsmaßnahme heraufbeschworen, deren Nachwirkungen weltweit noch immer zu spüren sind!

Ein schlimmes Thema, sensibel dargestellt und gut aufbereitet. Und man hat sich endlich einmal nicht gescheut den USA selbst öffentlich den erhobenen Zeigefinger zuzeigen. Ich persönlich hätte da ja schon lange einen ganz anderen Finger dafür genommen ... Die prägnantesten Momente sind die dann doch gar nicht so großen Kontraste zwischen den klinischen Kampf- und Kriegsgeschehen auf den Bildschirmen und den Luftaufnahmen der klinischen Schlafstädte für die Militärangehörigen mitten in der Wüste.

Dienstag, 14. April 2015

belauscht [Operette] ... My fair Lady is a aunständigs Madl herst

Wer kennt die unvergessliche Hepurn nicht als Eliza Dolittle, Blumenmädchen aus London. Die schöne Romantik-Komödie von George Bernard Shaw als "Pygmalion" veröffentlicht und in den 1950er Jahren in seiner heutigen Grundform als Musical bzw. Operette "My Fair Lady" auf die Bühnen dieser Welt gebracht, fasziniert nun schon seit Jahrzehnten Jung und Alt.

Es klingt nach so vielen Klischees und doch - junge Menschen um die 10 Jahre alt bis jung Gegliebene wohl so um die annähernd 80 Lenze - versammelten sich kürzlich wieder Hunderte zu einer neuen Runde "My Fair Lady" in der Wiener Volkoper. Bis fast auf den letzten Platz ausverkauft zu sein nach zig Vorstellungen in anderen Saisonen, das muss erst einmal ein Stückl, ob kitschig oder nicht, einmal schaffen!


 
(eine Anfangsszene aus "My Fair Lady" an der Wiener Volksoper; gesehen auf: www.volksoper.at)


Für alle, die den Inhalt doch nicht kennen: Elisa ist ein armes derbes Mädl von der Straße, die sich mit dem Verkauf von Blumen über Wasser zu halten versucht. Auf's Maul gefallen ist sie nun wahrlich nicht, jeder Gossenjunge kann sich bei Eliza noch eine Scheiberl abschneiden!

Eines Tages wird der Phonetik-Professor Higgins auf den Schreihals aufmerksam und trifft mit seinem Bekannten, Oberst Pickering, eine Wette: in einem halben Jahr kann er aus der Vokal-Dreckschleuder Eliza eine Dame von Welt machen. Eliza soll zum Schluß als Herzogin vor den Adeligen im Buckingham Palace nicht mehr als eine aus dem Fußvolk zu erkennen sein. Gleich die erste Probe beim Pferderennen in Ascot geht ein wenig schief. Und doch, Ende gut, alles gut, samt Liebes-Happy End! Denn wer so lange so intensiv zusammenarbeitet, muss(!) sich doch wohl letztlich ineinander verlieben!

(eine Endszene aus dem Film "My Fair Lady" mit der wunderschönen Audrey Hepburn (1964); gesehen auf: www.britannica.com)


Spannend findet Mrs. Hyde bei der Inszinierung in der Volksoper den verwendeten, sehr clever eingebauten Wiener Slang, der nicht zuletzt in der ebenfalls sehr rüppelhaften Figur von Elizas Vater am besten zur Geltung kommt. Abgesehen davon ist es auch toll, wie viel Hintergründiges man ebenfalls herauslesen kann - Reiche halten sich automatisch für die besseren Menschen, wer Geld hat hat deswegen nicht unbedingt mehr Moral, mit viel harter Arbeit kann man was werden, mehr Schein als Sein, usw.