Samstag, 14. Mai 2016

besehen [Alte Meister] ... Bernhards alte Streithammel

Ein weiteres aktuelles Stück des Volkstheaters möchte ich alleine schon aus Patriotismus, Textverliebtheit und sowieso nicht unerwähnt lassen. Auch Thomas Bernhards "Alte Meister" wird im Mai und Juni in einer Fassung von Dusan David Parízek wieder gezeigt.

Sprachlich selbstverständlich herausragend (Bernhard halt!) und schauspielerisch schön umgesetzt, hat die Hyde einen vergnüglichen Abend damit verbracht. Letztlich, obwohl man viel zum Lachen hat, was man zunächst mit dem Bernhard ja nicht so in Verbindung bringt, wegen dessen Hasstiraden, was wiederum sehr bernhardtypisch ist, geht man doch traurig nachhause.

(Abb.: der österreichische Autor Thomas Bernhard; (c) www.ottnang.ooe.gv.at)


Ein Mann, Herr Reger, sitzt im Museum, namentlich um ganz exakt zu sein in einem Saal des Kunsthistorischen Museums, und fachsimpelt mit dem Simpel im Eck, den Wärter Irrsigler. Die beiden kennen sich seit Jahrzehnten und sind ein eingeschworenes Team - jeder hat seine Rolle.

Nach und nach redet sich Reger in Rage, Wut auf dieses und jenes kommen hoch, worum geht es jetzt genau?! Die Verhältnisse und Abhängigkeiten zwischen den beiden beginnen sich zu wandeln. Man erfährt mehr über den Mann auf der Bank. Man leidet mit. Und mit Bernhard, der das Stück in Agonie nach dem Tode seiner Lebensgefährtin geschrieben hatte.

Dienstag, 10. Mai 2016

besehen [Puppenspiel] ... Camus "Das Missverständnis" im Volkstheater

Will sich die Hyde gruseln, tut sie Puppen wuseln. Und ziemlich schlecht dichten! :-P

Schon im Winter habe ich mir trotz tiefer Abneigung gegen große Puppen "Das Missverständnis" nach Albert Camus im Volkstheater angesehen. Der ja durchaus hinreichend bekannte Puppenspielexperte Nikolaus Habjan und sein Team stellte mit ihren animierten StoffkollegInnen dieses Gruselstück nach.

Für mich Gänsehaut pur: nicht nur dass das Stück schon zutiefst abartig ist. Ein junger Mann, Jan, kehrt in seine Heimat zurück und will in der Pension nach langer Zeit seine Mutter und Schwester wieder treffen. So ganz wird nicht klar, warum sie entfernt sind oder warum sich der Mann nicht als lange vermisster Verwandter ausgibt.

Vielleicht, weil er nicht sicher ist, ob er gerne wiedergesehen werden wird?!



(Video: Ausschnitt aus "Das Missverständnis" von Nikolaus Habjan; (c) Volkstheater Wien)


Die Schwester, die sich als einzige Zurückgebliebene um die ältliche Mutter und die schlecht laufende Pension sorgt, wird von Hass zerfressen. Und dann ist da noch dieser neue, unverschämt neugierige Gast in der schäbigen Pension, an die sie ihr Leben verschwendet. Sie muss hier endlich raus! Vielleicht ist der Typ ja ihre Chance? Ein Plan entsteht, hernach tut sich ein Reigen mit vielen tiefen Wassern und grausam Abgründen auf, denn den Bruder erkennt sie nicht, bis es zu spät ist!


 
(Abb.: Nikolaus Habjan mit einem seiner "Kollegen"; (c) nikolaushabjan.com)



Habjan lässt die Puppen tanzen, schleichen, morden, weinen! Und auch für mich ist es ein Genuss, ein fast unheimlicher Sog des Stücks wie auch der schwebenden Puppenkörper lässt einen nicht mehr wegsehen! Hyde hat zuhause nachts das Licht anlassen, um schlafen zu können! Brrr!

Im Mai und Juni gibt es einige Vorstellungstermine. Sehenswert!

Mittwoch, 4. Mai 2016

[bestaunt] ... Wiener Aktionismus im MUMOK

Wie schon im letzten Post erwähnt, die Hydinger ging jetzt lange ein bissi viel am Zahnfleisch. Oder sagen wir besser nix mit Zahn, sonst muss sie wieder ganz hysterisch werden und das wollt Ihr Euch echt nicht antun. Anyways, jetzt geht es wieder rund hier! Denn zwischendrin war auch immer mal kurz Zeit sich Gedanken über die Art des Blogs zu machen. 

Hydinger redet frech und goschat und vieles, die Bücher- und Filmrezensionen kamen bei Euch auch immer sehr gut an. Nur Ausstellungen und Events sind schon eher meins und regionaler soll`s auch bleiben! Wäre das auch beschlossen! Ha, ging einfach, ich hab ja nur mit Stimmberechtigten-Anzahl 1 zu tun (und auch das ist manchmal schon hart). Und nun genug zu „Organisatorischen“, auf zur Kunst!


Letztens krabbelte Mrs. Hyde ins MUMOK zur Ausstellung "Körper, Psyche und Tabu". Ich muss gestehen, der Bau zieht mich an, diese vermeintlich von weiter weg quer über's Museumsquartier aalglatt wirkenden Steine der Fassade sind von nahe so toll. Basaltlava halt. Traum! So mag ich das! 
(Abb.: Ausstellungsplakat zu "Körper, Psyche udn Tabu" im MUMOK; (c) stadtbekannt.at)



Noch bis Mitte Mai wird Aufregendes zum Wiener Aktionismus feilgeboten, und zwar von bis, alles dabei. Wer in Wien seit dem frühen 20. Jahrhundert geschmiert, gekleckst, geklebt, geknipst oder was sonst noch alles hat, und Kunst draus machte – you name it, haben sie! 

Persönlich nicht der größte Fan von Aktionismus, war Hydinger dann doch noch ziemlich angetan. Die kundige Führung begann mit einigen Anmerkungen zu Klimt und Kokoschka et al., die für ihre Zeit ja doch auch ganz schön spinnert unterwegs waren und in Wien den Boden schön aufbereitet haben für nachufolgende Generationen. Finde ich sehr ansprechend, dass auch auf diese nicht ganz so offensichtlichen Vorgänger der AktionistInnen nicht vergessen wurde!

(Abb.: schon Gustav Klimt war dem Establishment wegen seiner "Ausschweifungen"
oft ein Dorn im Auge
; (c) Wikiart
)


Auch Hydes (wiederum sehr persönliche) Ansichten zu Hermann Nitsch mussten ein wenig revidiert  werden. Viel tiefergehender sind die Bedeutungen und Interpretationen der Orgien-Mysterien-Theater, die man in Videos und auf Fotos in obersten Stock zu sehen bekommt, als ich das bisher wusste.

Ein Hinweis zu Veranstaltungen des MUMOK möchte ich nicht unerwähnt lassen: einmal pro Monat findet statt der „Kunst am Donnerstag“-Führung am langen Donnerstags des Museums (bis 21 Uhr offen) ein „Kunst & Drinks“ (inkl. Prosecco, wenn Ihr es schon so genau wissen müsst) zu einem Supersonderpreis von nur 5€ statt. Ich seh schon, steh ich sicher bald wieder dort … I like Kunstvermittlung!

Sonntag, 1. Mai 2016

[besehen] ... mit Sofortbildkamera auf Jagd im Großstadtdschungel

Yeah, Hyde ist zurück! Und wie noch dazu! :D

Kinder, Kinder, Ihr seid's mir schon abgegangen! Nicht, dass Ihr jetzt glaubt's, ich hätte seit Anfang des Jahres keine Ausstellungen mehr besucht oder Bücher gelesen. Ha, ach, weit gefehlt! Das Gurkerl war nur krank und hat zu viel zu tun gehabt (während sie krank war, eh kloa, wenn schon, denn schon). Mal die Malaise hier, mal das Aua da. Es war unlustig! Wohl nicht mein Jahr bislang ... pft!

Ein zaches Luder lässt sich aber nicht abhalten von der Kultur ringsum, nun geht`s wieder bergauf! Und gleich mit einer coolen Steilvorlage: schon letztes Jahr wolte ich endlich mal bei einem superbesonderen Fotoevent mitmachen, der Sofortbildsafari von PolaWalk.



(Abb. Logo "Walker" (c) PolaWalk)

Wie Ihr nicht wisst, nun sei's verraten, war ich schon 2,5 Mal beim Wiener Fotomarathon dabei (2 ganze und 1 Halbmarathon also), auch ganz passabel abgeschnitten, doch nun wurde es Zeit endlich einmal was Anspruchsvolleres zu machen. (Außerdem ist mir die Menschenmasse beim Marathon einfach auch zu viel, abgesehen davon sind's zum Teil auch lächerlich kompetitiv und dadurch manchmal schon sehr unfair und unkollegial, mit ins Bild springen, wenn sie sehen, dass man gerade ein Foto machen will, sich davorstellen, damit sie das zuerst haben usw., ... Oida!)

Letzes Wochenende war es dann soweit und Mrs. Hdye hirschte zu den Leuten von PolaWalk im 9. Bezirk. Die mittlerweile schon zweite Runde der Sofortbilddsafari stand an, 61 Teams bzw. Einzelpersonen ritterten in diesem Wettbewerb um ihre 4 besten Sofortbilder (ehem.: Polaroids, die Firma gibt's nur nicht mehr, drum auch diesen Namen ned) und – ICH war dabei! Erstmals sogar als Blogger-KooperationspartnerIn*. YAY!



(Abb.: ziemlicher Andrang bei der 2. Wiener Sofortbildsafari, (c) PolaWalk)


Auch hier bei der Sofortbildsafari ist das Prinzip ähnlich wie oben genanntem Fotomarathon – man bekommt die Aufgabe zu 8 Themen an diesem Tag ein passendes, möglichst kreatives Motiv zu finden. Sauspannend und heraussfordernd! Hyde liebt sowas! <3 p="">
Der Start war gleich mal boah: Einführung in die Sofortbildkameras von Thomas, einer der beiden Mitgründer von PolaWalk (bald mehr zu ihm und der Company hier bei Hydinger!), in der „Küche“ (was wirklich die Küche in deren Räumlichkeiten ist und gmiatlich für Besprechungen). Zitat Thomas aus meinem Gedächtnis, so ähnlich, wie folgt:

„Ok, nochmals - Ihr habt wirklich NUR 8 FOTOS zur Verfügung! Mehr ist nicht! Digital kann man draufhalten so oft man will, das geht hier nicht. Und - alle Knöpfe an der Kamera tun auch wirklich was, der große löst aus, also lieber nix unbedacht drücken, damit Ihr Euch keine Chancen vergebt!“

Got it! So gut erklärt, da schafft sogar Ur-Laie Mrs. Hyde das! Nachdem ich so ein Ding das letzte Mal vor rund 30 Jahren als Kleinknirpsin in der Hand hatte, als ich die uralte Polaroidkamera meiner Eltern in Händen hielt und zur Bedineung wie die meisten TeilnehmerInnen (sagt Thomas) nix wusste, war das mehr als nötig. Als Sofortbildneuling und doch etwas sehr verseucht von den praktischen und überall einsatzbefreiten Digitalgeschossen hat man vor so einem Kastl schon ein bissl Respekt. Und dann muss man das auch noch umdrehen, wenn das Foto rauskommt, damit nicht zu viel Sonnen- (HAHAHA, sagen wie lieber nur Licht, an diesem Tag gabs 3 Min sonne aber wenigst keinen Regen!) Licht dran kommt. 

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Spoiler – Bei der Erstellung meiner Sofortbilder wurde niemanden inkl. Kamera verletzt! Hätte aber sein können. Muhaha! :-)
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Zu Beginn war das Wetter fast schon am Regen runterschmeissen, kalt und gruselig. Ganz toll: das PolaWalk-Team hat in den Tagen vor dem Event noch nützliche Tipps für den Ernstfall geschickt (chemisch ist bei Kälte der Film einfach an seinen Grenzen, da hieße es dann - ab nach drinnen). Auch die Erklärvideos auf dem hauseigenen Youtube-Channel sind spitze, Hyde hat sie alle gesehen! Auswendig gelernt und könnte sie um 3 Uhr nachts aufsagen. Schmäh ohne, die waren die perfekte Vorbereitung!


Meine Suche nach meinem ersten Motiv hat mich in den Ersten geführt. You see the pattern ... ?! :-p
Hier folgte gleich meine nächste große Erkenntnis: verdammt, Schnappschüsse von doofen Touris klappt mit dem Gerät als Neuling doch ziemlich suboptimal. Nach einem verbockten ersten Foto musste ich eine Mittagspause einlegen und doch einen genaueren Schlachtplan austüfteln.

Dann ging plötzlich alles pippifein: das Wetter wurde besser, Mrs. Hyde fand am Donaukanal, entlang des Rings und Schwedenplatzes einige coole Motive. Auch die technischen Bedingungen (Fokus bei 1,2 m, Vorsicht mit den Lichtverhältnissen, usw.) verstand ich plötzlich besser umzusetzen. Juhu!!




(Abb.: Gilbert (links) und Thomas, die beiden Gründer von PolaWalk, haben gut lachen, ihre Safari war wieder ein voller Erfolg, mehr zu PolaWalk gibt's bald im Blog!; (c) PolaWalk)


Bin mächtig stolz zu PolaWalk zurückgewandelt und hab meine 4 Sofortbilder eingereicht. Sehr zufrieden und happy stampfte ich dann heim, in Händen meine Souvenire eines besonderen Tags! Count me in for next year!

Wer auch mal während des Jahres in den Genuss solcher Erlebnisse kommen will, den Kick beim Fotografieren sucht oder vielleicht sogar ein besonderes Geschenk sucht, sollte sich bei PolaWalk umtun. Kann's nur empfehlen, mir hat es riesen Spaß gemacht!*



*DISCLAIMER: PolaWalk hat mich und ca. 5, 6 andere Blogger aus Wien und quasi der Welt auserkoren den Event als Kooperationspartner machen zu lassen. Sprich – ich wurde eingeladen und schreibe im Gegenzug dafür meine ehrliche und persönliche Meinung dazu. Und nix anderes!